Meine Geburten ohne Hebamme

Wie wären die Geburten meiner Kinder verlaufen, hätte es keine Hebammen gegeben? Diese Frage stellt Perlenmama in ihrem Artikel. Und auch wenn die Blogparade schon vorbei ist, schreibe ich noch hierüber. Besser spät als nie…

Zunächst einmal hätte ich keine Ahnung gehabt, wie ich mich während der Geburt verhalten soll. Wie ich atmen kann, welche Positionen ich einnehmen kann, welche Möglichkeiten zur Schmerzbekämpfung es gibt. Ich hätte überhaupt nicht gewusst, was mich erwartet und ich wäre noch viel, viel nervöser gewesen, als ich es tatsächlich war. Schlechte Ausgangsbedingungen.

Ich wäre im Krankenhaus angekommen, wo mich niemand begrüßt hätte. Es hätte keine Untersuchung gegeben, keine Kontrolle am Wehenschreiber, kein freundliches Begleiten, nicht einmal den Versuch einer Wannengeburt. Alle zwei Stunden hätte die Ärztin vorbei geschaut, gegen Ende einen Dammschnitt gemacht und mich anschließend vernäht. Danach wäre ich zunächst alleine mit meinem Baby gewesen, bis ich irgendwann auf die Geburtsstation verlegt worden wäre. Und nach zwei Tagen dort hätte man mich nach Hause entlassen, ohne eine erfahrene Person, die ich um Rat hätte fragen können. Ich hätte viele Fehler gemacht, beim Stillen, Wickeln, Schlafen legen usw. (Und obwohl ich meine erste Nachsorgehebamme definitiv nicht empfehlen kann und der Meinung bin, dass sie viel falsch gemacht hat, war sie mir dennoch eine große Hilfe).

Beim zweiten Kind hätte ich wieder nur die Betreuung durch den Arzt gehabt, keine abwechselnde, alternative Begleitung durch eine Hebamme. Ich hätte keinen „Geschwisterkurs“ machen können, bei dem meiner älteren Tochter altersgerecht u. a. näher gebracht wurde, was sie von ihrem Geschwisterkind erwarten kann – und was nicht. Wieder keine Begrüßung im Krankenhaus, kein Wehenschreiber. Vermutlich wäre ich nicht rechtzeitig im Kreißsaal gewesen und hätte mein Kind ohne Hilfe im Wandelraum bekommen müssen. Nach zwei Tagen Entlassung aus dem Krankenhaus wären wir wieder auf uns gestellt gewesen. Wahrscheinlich hätte es mit dem Stillen wieder genauso schlecht oder vielleicht sogar – aufgrund der Erfahrungen beim ersten Kind – noch schlechter geklappt. Oft hätte ich mich verzweifelt gefragt, was ich nun mit meinem Baby und/oder meinem Kleinkind anfangen kann.

Fazit: eine gruselige Vorstellung! Ich bin sehr, sehr dankbar für die Begleitung durch (mit einer Ausnahme) kompetente Hebammen und ich wünsche meinen Freundinnen und (später) meinen Töchtern, überhaupt ALLEN Frauen, dass auch sie diese Begleitung erfahren können. Sie ist nicht zu teuer oder gar ein „Luxus“, denn sie ermöglicht Müttern und Kindern den besten Start ins Leben und kann spätere Probleme (die übrigens auch Kosten verursachen) vermeiden.

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Ein Gedanke zu “Meine Geburten ohne Hebamme

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